Die Geschichte und der Vorstand des TV Hörden

Vorstand:
Peter Seidt
Panoramastr. 55
76571 Gaggenau
Tel. 0 72 24 / 6 83 15

e-mail: info@tv-hoerden.de

Von der „Murglust“ zum Turnerheim

Alles begann am 6. August 1896. Turnbegeisterte junge Männer trafen sich in der Schankwirtschaft
,,Murglust" und gründeten einen Turnverein; das Gasthaus diente gleichzeitig als Übungsstätte. Die Anfänge
waren bescheiden, die Begeisterung aber groß. Der junge Verein hatte bereits 55 Mitglieder, 14 waren aktive
Turner. In der „Murglust“ machte es gleich doppelt Spaß. Dort gab es nämlich selbstgebrautes Bier. Geübt
wurde nicht nur am Stammtisch, sondern vor allem im Saal – eine Bretterhalle mit Naturboden. Reck, Barren
und Seitpferd standen zur Verfügung, auch im Steinstoßen trainierte man sich. Die „Murglust“ wurde zum
sportlichen Zentrum des Flößerdorfes, heute befindet sich auf dem Anwesen die vormalige Bäckerei Lang,
jetzt „Murgtalbäckerei“.

Wohlgemerkt, wir schreiben das Jahr 1896. In Hörden gab es noch kein elektrisches Licht und noch keine
öffentliche Wasserversorgung. Auf der Murg waren vor 100 Jahren die letzten Flößer unterwegs; in Athen wurden
die 1. Olympischen Spiele der Neuzeit abgehalten.

Nach der Jahrhundertwende beteiligte sich der Turnverein an verschiedenen Veranstaltungen des Turngaus
Murgtal, ja der Verein war sogar bei der Gründung des Turngaus engagiert. Zur ersten Fahnenweihe des TVH
am 25. Mai 1903 machten fünf örtliche und 18 auswärtige Vereine ihre Aufwartung.

In den Wirren des 1. Weltkrieges blieb die Arbeit des Vereins unterbrochen. Nach Kriegsende ging man aber
wieder rasch ans Werk. Eine Faustball-Abteilung wurde gegründet, außerdem hatte der TVH ein stattliches
Trommler- und Pfeiferkorps in seinen Reihen. In der Zeit zwischen den Kriegen machte sich der Verein als Ausrichter
von Gauveranstaltungen einen Namen. Das Turnen in Hörden erreichte einen ersten Höhepunkt, zumal auch erstmals
Frauen und Schüler mit von der Partie waren. Seit 1919 gab es schließlich das Frauen-Wahlrecht. Und 1926 richtete
der Turnverein Hörden sein erstes großes Gauturnfest aus.

Hördener Turner beim Gernsbacher Gauturnfest 1929 (Bild anklicken)

Der Zweite Weltkrieg beendete zunächst das turnerische Treiben. Fast alle Turner zogen ins Feld, viele kamen nicht
mehr zurück. Nach dem Krieg verbot die französische Besatzungsmacht jegliche sportliche Tätigkeit. Beim Einmarsch
der Franzosen in Hörden ging auch die Fahne des Turnvereins verloren.

Am 4.April 1948 war es dann soweit, dass durch die Militärregierung die Wiedergründung einer Sportvereinigung,
bestehend aus Fußball und Turnen, ermöglicht wurde. Die Gründungsversammlung fand im Hördener Rathaussaal
statt. In Eigenarbeit legten die Sportler und Sportfreunde einen Ausweichplatz auf der oberen Essel an, da der ursprüngliche
Platz immer noch von den Franzosen beschlagnahmt war und als Reitbahn diente. Jedoch dauerte es nur ein Jahr, ehe
der alte Sportplatz der neuen Sportvereinigung freigegeben wurde; immerhin gab es zwei Fußball- und zwei Faustball-
mannschaften. 1951 kam es zur Trennung der Sportvereinigung, und es wurde auf Drängen vieler Mitglieder beschlossen,
wieder zwei selbständige Vereine ins Leben zu rufen. Die Widergründung des TV Hörden erfolgte am 9. Juni 1951 im Gasthaus
zum Ochsen.

Turnerische Akrobatik: Robert Lang und Rudolf Flügler im Jahre 1952 (Bild anklicken)

In der Folgezeit hatte der Verein großen Zulauf, immer mehr sportbegeisterte schlossen sich ihm an, weshalb das Angebot
erweitert werden musste. 1952 entstand eine Handballabteilung, 1953 eine Frauen-Gymnastik-Gruppe, deren Leiterin Margit Sailer
bis heute aktiv ist. Aber es kam noch mehr dazu: Leichtathletik, die Kernsportart der Olympischen Spiele, fand immer mehr
Anhänger. Die Gemeinde Hörden baute Mitte der 50er Jahre ein neues Sportstadion; die Turner erkannten ihre Chance und halfen
kräftig mit. Lohn der Mühe: eine neue Sportanlage mit einer Aschenbahn, mit einer Weitsprunggrube und einem Kugelstoßring,
Hochsprung wurde ebenso möglich wie Speer- und Diskuswerfen. Zwischenzeitlich hatte man sich auch bemüht, wieder eine
Vereinsfahne anzuschaffen. Ihre Weihe wurde am 31.05.1953 in der katholischen Kirche gefeiert. Das gute Stück hat heute im
Turnerheim einen Ehrenplatz, geschmückt mit den Wimpeln zahlreicher Turnfeste.

Zweite Fahnenweihe 1953: Rudi Rahner, Wilhelm Göhler und Rudolf Flügler (Bild anklicken)

Da es in Hörden immer an einer Turnhalle mangelte, war der Verein mehrfach bemüht, etwas in Eigenregie zu bauen. Immer wieder
scheiterte es an der Platzfrage; gesammeltes Geld wurde deshalb der Gemeinde überlassen, mit der Bitte, die Spende für einen
Hallenneubau zu verwenden. Zunächst benutzen die Turner die Bernhardushalle der katholischen Kirche.
Später zogen sie in den Sommerhof des Kindergartens um, schließlich erhielten sie in der Schule einen Gymnastikraum. Erst mit
Eingemeindung Hördens nach Gaggenau ging Ende der 70er Jahre ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Die Flößerhalle wurde
gebaut.

Indes musste der Turnverein immer wieder selbst Hand anlegen, um für sich ein Zuhause zu schaffen. Im Jahr 1960 wurde auf der
Essel das alte Schützenhaus abgerissen, weil das Gelände umgelegt wurde und die Siedlung Groß-Au entstand. Der TV hatte
das Schützenhaus aber immer mitbenützt, so dass er auf einmal ohne Quartier da stand. Man entschloss sich kurzerhand, ein
eigenes Turnerheim zu bauen, wobei das Grundstück von der Gemeinde in Erbpacht zur Verfügung gestellt wurde.

Fleißige Helfer beim Clubhausbau 1960

Die Turner bauten sich einen Aufenthalts- und einen Geräte-Raum – zunächst, Jahre später wurde noch einmal umgebaut und
erweitert. In den 80er Jahren genügte es den modernen Ansprüchen nicht mehr. In dreijähriger Eigenarbeit wurde geplant, bis
auf die Grundmauern abgerissen, und neu gebaut – nicht mehr so bescheiden, aber immer noch die finanziellen Grenzen beachtend.
Am 12.08.1988 wurde das neue Turnerheim eingeweiht, groß und schön, funktionsgerecht und einladend zugleich.
In den 60er und 70er Jahren erlebte die Hördener Leichtathletik eine Hoch-Zeit. 1964 lud der Turnverein zu den ersten
Murgtalkampfspielen ein, ein Sportereignis mit Spitzenkönnern aus nah und fern. 25 Jahre lang schaffte man es, die Tradition
beizubehalten, ehe andere Veranstalter mit modernen Kunststoffbahnen dem Essel-Stadion den Rang abliefen. Aus der Not
machte der Turnverein eine Tugend: Die Murgtalkampfspiele leben als Hördener Sporttage weiter – ein Wettkampfgeschehen für
jedermann sozusagen, vor allem aber für den Nachwuchs.

Apropos: Der Freizeitbereich hat in den letzten Jahren ungeheuer an Bedeutung gewonnen. Als einer der ersten war der TVH
dabei, denn schon in den 60er Jahren wurde eine Ski- und Jedermannsabteilung ins Leben gerufen, die mittlerweile fast zum
Herzstück des Vereins geworden ist. Die Volleyballer kamen in den 80er Jahren hinzu, nachdem die neue Flößerhalle auch
Schmetterbälle zulässt. Und nicht zuletzt sind es die vielen Kinder, die den Turnverein mit seinen über 850 Mitgliedern auch nach
100 Jahren optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Man braucht sich nur einmal eine Weihnachtsfeier anzuschauen.
Die Flößerhalle ist voll, unzählige Kinder turnen und toben, spielen Theater, zeigen Übungen. Beim Geschenkeverteilen an die
Abteilungsleiter und ihre Schützlinge kommt der Nikolaus ganz schön ins Schwitzen ...

 

Wer ist denn alles im Vorstand, im Turnrat und wer sind die Übungsleiter?

Satzung vom Turnverein Hörden 1986 e. V.

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